Beim RSV II stimmt die Chemie – Trainer Sascha Meier im Interview

Beim RSV II stimmt die Chemie – Trainer Sascha Meier im Interview

Alle 16 bisherigen Spiele gewonnen, 90:14 Tore geschossen – so sieht haushohe Überlegenheit aus. Die Rede ist vom RSV Büblingshausen II, dem unangefochtenen Tabellenführer der Wetzlarer Fußball-B-Liga. Der 38 Jahre alte Sascha Meier zieht hier bereits im achten Jahr als Trainer die Fäden. Fupa Mittelhessen fragte ihn nach den Gründen für die Dominanz seiner Mannen.

Sascha, was sind die Stärken Ihrer Mannschaft?

Erstens, anders als in der vorigen Saison, die Breite des Kaders. Ausfälle – damit haben zweite Mannschaften immer zu kämpfen – können wir kompensieren. Ein Beispiel: Mit 90 Toren haben wir die meisten Treffer in der Liga erzielt. Michael Wagner taucht als erfolgreichster Büblingshäuser aber erst auf dem fünften Platz in der Torschützenliste auf. Das macht uns unberechenbar. Zweitens trainieren alle drei Mannschaften gemeinsam. Das schafft teamübergreifend einheitliche Spielstrukturen, sodass Ersatzleute schnell ihren Platz finden. Und drittens: Die Chemie stimmt. Die Mannschaft ist der Star.

Der hochkarätige Neuzugang Arkadiusz Laband ist in den ersten drei Saisonspielen zum Einsatz gekommen, dann nicht mehr. Warum nicht?

Laband war eigentlich für die zweite Mannschaft verpflichtet worden. Aber dann brach sich der Torjäger der Ersten, Ivan Miocevic, den Arm und fiel damit länger aus. Arkadiusz sprang in die Bresche, machte seine Sache hervorragend und rückte in die Kreisoberliga-Stammelf.

Im bisherigen Verlauf der Runde ist aufgefallen, dass Büblingshäuser Spiele oft zur Halbzeit unentschieden standen, am Ende aber doch klar ausgingen. Woran liegt das?

Fitness, gepaart mit Siegeswillen. Fußball spielt sich viel im Kopf ab. Vorige Saison hätten wir einige dieser lange Zeit knappen Spiele verloren. Wir nehmen jeden Gegner ernst. Der Schlendrian darf nicht einkehren, wenn man Meister werden will.

Angesichts der bisherigen Ergebnisse drängt sich der Eindruck auf, dass die Mannschaft in der B-Liga nichts zu suchen hat. Wie konnte sie aus der A-Liga absteigen?

Das weiß ich auch nicht so genau. Da kam viel zusammen. Verletzungen, angeknackste Psyche und ein nicht so breiter Kader. Auf alle Fälle brennen die Jungs jetzt darauf, zu zeigen, dass der Abstieg ein Betriebsunfall war. In der Rolle des Gejagten fühlen wir uns wohl.

Das Interview führte Wolfgang Oelrich.